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BARF | Biologisch Artgerechte Roh Fütterung

© Brigitta Aschenbrenner

 

Als wir beschlossen, die Ernährung unserer Hunde auf diese, eigentlich ursprüngliche Ernährungsform, umzustellen konnten wir bereits nach wenigen Tagen wesentliche Verbesserungen feststellen. Die Umstellung auf BARF haben wir keine Minute bereut. Trotzdem soll diese Seite nur eine Information über BARFen sein und jeder Hundebsitzer soll selbst entscheiden können wie er seinen Hund am besten füttert.

 

BARF en - Was ist das?

BARF bedeutet Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung beziehungsweise Bones And Raw Food
(Knochen und rohe Nahrungsmittel) Hierbei wird versucht, die Ernährung eines Wolfes zu imitieren. Das heißt, der Hundebesitzer stellt Futter aus frischen Nahrungsmitteln zusammen und füttert roh.

BARF en- warum?

Der Hund gehört, genau wie sein Vorfahren, zu den Karnivoren. Was aber nicht mit einem reinen Fleischfresser, sondern mit Beutetierfresser gleichzusetzen ist. Außer Fleisch und Knochen frisst ein Wildtier wie der Wolf auch noch Obst, Kräuter, Gräser, Wurzeln, Insekten und auch den Kot von Pflanzenfressern. Von einem Beutetier wird so gut wie alles aufgefressen, Knochen, Teile des Magen-/ Darminhalts und Teile des Fells.
Der Hund hat auch heute noch alle physiologischen Merkmale eines Karnivoren: Er hat das Gebiss, die kräftigen Eckzähnen, um die Beute zu greifen und Backenzähnen mit scharfen Kanten, um Fleisch und Knochen durchbeißen zu können.
Er hat keine Verdauungsenzyme im Speichel und produziert vergleichsweise sehr wenig Speichel. Hundespeichel ist zähflüssig und dient als Gleitmittel für die Nahrung, die beim Fleischfresser meist aus größeren Brocken besteht.
Sein Magen ist im Vergleich zu Pflanzenfressern sehr groß. Die Magensäure des Hundes enthält ungefähr zehnmal mehr Salzsäure als die des Menschen. Die Produktion der Verdauungssäfte erfolgt beim Hund durch den Schlüsselreiz Fleisch.

Der Darm des Hundes ist sehr kurz im Vergleich zum Darm des Pflanzenfressers. Die vollständige Verdauung von Fleisch und Knochen dauert beim Hund maximal 24 Stunden. Warum also sollte man Hunden Fertigfutter geben, welches zu 60-90% aus Getreide besteht?

 

Und warum nicht gekochtes Fleisch sondern Rohes?


Kochen verändert bei tierischen Proteinen deren Aminosäurenstrukturen und macht sie so für den Hund zum Großteil unbrauchbar. Weiters gehen beim Kochen viele Mineralien und wasserlösliche Vitamine verloren. Viele Knochen splittern auch wenn sie gekocht wurden.

Die Vorteile des BARFens:
• Kein Zahnstein

• Kein übler Hundegeruch

• Weniger Parasiten

• Starkes Immunsystem

• Wesentlich kleinere Kotmengen
• Starke Bänder und Sehnen

• Bessere Muskulatur

• Erleichterung bei arthritischen Erkrankungen •
• Weniger Wachstumsprobleme

• Drastisch reduziertes Risiko von Magendrehung

• Schönes, gesundes, glänzendes Fell.

Die Ausgewogenheit beim BARFen findet über einen Zeitraum von mehreren Wochen statt, wie es auch in der freien Natur passiert. Daher ist es nicht notwendig alle lebenswichtigen Nährstoffe bei jeder Mahlzeit zu verabreichen. Ein Großteil der Vitamine (besonders die fettlöslichen A, D, E & K) werden über mehrere Wochen im Körper gespeichert.

Wasserlösliche zumindest über mehrere Tage.


Da diese aber in ausreichendem Maß in rohem Fleisch vorhanden sind, ist eine gute Versorgung gewährleistet. Man kann also den Futterplan sehr abwechslungsreich gestalten, solange die Ernährung über einen Zeitraum von cirka einem Monat ausgeglichen ist.

Zusammengestellte Lebensmittel für BARF
Zusammengestellte Lebensmittel für BARF

Was kann man nun füttern?

Muskelfleisch besteht hauptsächlich aus Eiweiß und Fett

Das Eiweiß weist eine optimale Aminosäurenzusammensetzung auf. Die Verdaulichkeit von Fleisch liegt um die 98 %. Der Mineralstoffgehalt und der Gehalt von den Vitaminen A und D ist niedrig, jedoch sind die wasserlöslichen B-Vitamine in größeren Mengen vorhanden.


Rind: Muskelfleisch, Herz, alle Knochen insbesondere die weicheren.

Lamm: Wie Rind, nur nicht den Magen (keine Lamm-Innereien)

Huhn und Pute: Ganze Teile, Hälse, Rücken (nur roh!!)

Innereien: Zu den eigentlichen Innereien zählen nur Leber und Niere, da sie die Entgiftungsorgane des Körpers sind.

Herz zählt zu Muskelfleisch und alles andere zu den bindegewebsreichen Schlachtabfällen wie Lunge, Euter, Milz, Därme, Schwarten, Schlund, Knorpel uvm. Diese sind zwar eiweißreich, aber das Eiweiß hat eine weniger günstige Aminosäurenzusammensetzung und eine geringere Verdaulichkeit.

Lunge ist z.B. ein gutes Diätmittel, da sie einen sehr geringen Fettanteil hat. 

Leber und Nieren sind eiweißreich und fettarm. Leber enthält hohe Mengen an Eisen und Kupfer sowie Vitamin A. Auch die Gehalte an Vitamin B2, B12 und Biotin sind beachtlich. Deswegen sollte Leber regelmäßig, aber nur in kleineren Mengen am Speiseplan stehen, ein zuviel davon könnte zu einer Vitaminüberversorgung und zu Verdauungsproblemen führen.


Pansen und Blättermagen:

Die Vormägen der Wiederkäuer (Pansen, Blättermagen) sowie der Labmagen und der Schweinemagen haben den größten ernährungsphysiologischen Futterwert. Wichtig ist, den Magen noch mit Inhalt zu kaufen, da dieser wasserlösliche Vitamine, Verdauungsenzyme und Ballaststoffe enthält.

Knochen: Sie enthalten neben Bindegewebe und Fett vor allem Kalzium und Phosphor sowie Magnesium, Natrium und Zink. Es sollten eher weiche Knochen von jungen Tieren (Kalb, Geflügel) oder Rippen und Brustbein verwendet werden.

Fisch: Ganze Fische bieten eine ausgeglichene Nährstoffzufuhr. Fisch enthält hochwertiges Eiweiß, viele essentielle Fettsäuren, sowie Kalzium, Phosphor, Natrium und wasserlösliche Vitamine.


Eidotter: ist gut verdaulich und weist einen hohen Gehalt an essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und auch Spurenelementen auf.

 

Gemüse, Obst und Kräuter liefern wichtige Ballaststoffe und wasserlösliche Vitamine.

Das Gemüse sollte püriert werden, damit es der Hund gut verwerten kann.

Gut geeignet sind z.B. Karotten, Zucchini, Broccoli, Stangensellerie, Keimlinge, Löwenzahn, Brennnessel, Dill, Löwenzahn, Girsch, Vogelmiere, Bärlauch, Kresse, Petersilie, Salat, Äpfel, Birnen, Bananen.

 

Rohe Kartoffeln, Avocados, Rosinen und Zwiebeln meiden!!!

 

Nüsse und Samen sind sehr fettreich. Zur besseren Verdauung sollten sie zerkleinert werden.

Gekochte und geschrotete Leinsamen enthalten viele ungesättigte Fettsäuren. Sie verfügen über viele Schleimstoffe,die die Magen- und Darmschleimhaut mit einer schützenden Schicht überziehen.

 

Öle: Kaltgepresste Pflanzen- und Fischöle enthalten viele wichtige ungesättigte Fettsäuren und fettlösliche Vitamine. Distelöl z.B. enthält Omega-6-Fettsäuren, Raps- & Lachsöl enthalten Omega-3-Fettsäuren und Olivenöl enthält Omega-9-Fettsäuren. Weiters sind Sonnenblumen- Lein- Nuss- Nachtkerzen und viele weitere Öle gut geeignet. 1 EL Öl zu jeder Mahlzeit.

 

Milchprodukte: Geeignet sind Topfen, Buttermilch, Ziegenmilch, Joghurt, Hüttenkäse usw. Milchprodukte eignen sich gut zur Versorgung mit essentiellen Aminosäuren. Getreide: Getreide enthält hauptsächlich Kohlenhydrate. In seiner äußeren Schicht enthält es wasserlösliche Vitamine, in der Keimanlage Vitamin E. Geeignete Getreidemahlzeiten Flocken (Hafer, Gerste, Hirse, Weizenkleie, Kokosflocken oder Maisgrieß) Es gibt Hunde, die Getreideprodukte nicht vertragen, bzw. allergisch reagieren. Es ist nicht notwendig Getreide zu füttern und kann durchaus weggelassen werden.  

In der Praxis

Da Hunde verschieden sind, sollten Sie Ihren Hund gut beobachten und gegebenenfalls den Ernährungsplan auf Ihren Hund abstimmen.

Es gibt Hunde, die kein Getreide vertragen oder rohes Fleisch und Knochen anfangs nicht ohne weiteres verdauen können.

Manche Hunde mögen Innereien oder Gemüse einfach nicht.
Die Anleitung zum BARFen ist daher nur als Anhaltspunkt gedacht.Eine Faustregel 2-4% vom Körpergewicht ist die tägliche Gesamtfuttermenge. Davon ca. 50% Fleisch, 20% Knochen, 15% Gemüse/Obst, 15% Milchprodukte und wenig Getreide. Fleisch sollte in möglichst großen Stücken oder am Knochen gefüttert werden, da das Kauen wichtig für die Zahnpflege ist. Fleisch und Getreide sollten Sie nicht mischen, denn dadurch kann es zu Blähungen kommen.

 

Das bedeutet also: Der Hund sollte in der Regel zweimal täglich gefüttert werden, wenn Getreide gefüttert wird. Einmal wöchentlich empfiehlt es sich, nur Flocken oder Gemüse zu füttern, gefolgt von einem Fasttag.


Das bedeutet fünf Tage pro Woche Fleisch füttern, einen Tag fleischlos und einmal fasten lassen. Sollte der Hund das Fasten nicht gut vertragen, reicht es auch, wenn man einmal wöchentlich fleischlos füttert.

Gemüse kann entweder allein als Mahlzeit oder zum Fleisch beifüttert werden. Es gibt Hunde, die Gemüse nicht so gerne alleine essen.

In diesem Fall entweder mit Hackfleisch oder Thunfisch mischen. Wenn Sie Getreidefrei füttern möchten,sollte das Gemüse 10 bis 25 Prozent der Gesamtration ausmachen und Fleisch/Knochen 75 bis 90 Prozent.

Der Knochenanteil sollte 30 Prozent der Gesamtration nicht übersteigen. Getreide-Mahlzeiten: Getreideflocken mit Buttermilch, Ziegenmilch oder Karottensaft vermengen. Dazu ab und zu Eidotter, Hüttenkäse, Joghurt usw. 
An arthritische oder krebskranke Hunden sollte kein Getreide gefüttert werden.

Fleisch-Mahlzeiten: Fleisch und Knochen mit Kräuter- und Ölmischung Gemüse-Mahlzeiten: Frisches, püriertes und/oder sehr leicht gedünstetes Gemüse & Grünzeug.

Geeignet sind auch Babygläser mit Gemüse!

 

Buchtipps:

Rohfütterung für Hunde. Frischfleischfütterung-leicht gemacht von Silke Böhm
Natural Dog Food. Rohfütterung für Hunde- Ein praktischer Leitfaden von Susanne Reinerth

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